10 Gewürze, die man gratis wild sammeln kann (Kulinarische essbare Wildpflanzen)

Gewürze gratis wild sammeln – wie geht das? Für ein gutes Essen gibt es wenige Zutaten, die wichtiger sind, als die Gewürze. Doch wusstet ihr, dass ihr nicht jedes Gewürz im Laden kaufen müsst, sondern dass es viele essbare Wildpflanzen gibt, die wunderbar als Gewürz verwendet werden können?
In diesem Artikel beschreiben wir euch zehn Gewürze, die jeder mit etwas Wissen kostenlos und umweltfreundlich wild sammeln kann.

Gewürze sind übrigens auch sehr gesund und haben viele unterschiedliche Heilwirkungen. Sie können den Gehalt an Antioxidativa in einem Gericht um ein Vielfaches steigern, schon ein einziger Teelöffel eines oder mehrerer Kräuter reicht dafür aus! Antioxidativa sind zellschützend und wirken dadurch präventiv gegen viele Krankheiten, wie etwa auch gegen Krebs.

10 essbare Wildpflanzen, die als Gewürz verwendet werden können

1. Thymian / Quendel (Thymus spp.)

Thymian kennt wohl jeder als Gewürz der mediterranen Küche. Sein würziger Geschmack verfeinert beispielsweise Tomatensoßen, Pizza, Polenta, Salate, Bruschetta, Suppen und kann eigentlich für fast alles verwendet werden.

Die Wenigsten wissen allerdings, dass Thymian auch in Deutschland wild wächst!
Man findet es an Wegrändern und auf trockenen Wiesen.
Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist, dass es sich bei Thymian um einen Lippenblütler handelt. Hat man die Blüten sicher als Lippenblüten identifiziert, gibt es schon keine Verwechslungsmöglichkeiten mit wirklich giftigen Pflanzen mehr.
Zerreibt man nun die kleinen, länglichen Blätter und riecht daran, sollte man den typischen Thymian Geruch erkennen können.

Hat man Thymian gefunden, lohnt es sich viel zu sammeln, da er einwandfrei getrocknet werden kann!
Eine würzende essbare Wildpflanze par excellence.


vekoop

2. Echter Dost / Wilder Majoran (Origanum vulgare)

Neben Thymian sind natürlich auch Oregano und Majoran sehr wichtige Gewürze der mediterranen Küche. Der Echte Dost, auch Wilder Majoran oder Wohlgemut genannt, ist eng mit den in Läden kaufbaren Oregano und Majoran Pflanzen verwandt.
Er hat ebenfalls einen sehr würzigen, reichhaltigen Geschmack und Geruch & kann Oregano & Majoran sehr gut ersetzen.

Auch hier handelt es sich wieder um Lippenblütler. Es gibt noch viele andere Dost Arten, die alle essbar sind und verschiedene Würzqualitäten haben.
Die Verwechslungsgefahr ist, wie beim Thymian, gering, was giftige Pflanzen angeht. Auch hier gilt die Regel, dass unter den Lippenblütlern keine stark giftigen Kräuter anzutreffen sind.

 

3. Bärlauch (Allium ursinum)Bärlauch

Der Bärlauch ist eine bekannte Lauchart, die man im Frühling oft in Massen wild finden kann. Sie benötigt einen schattigen, feuchten Platz, oft ist sie in Wäldern anzutreffen.
Es gibt hier zwei gefährliche, tödlich giftige Verwechslungsmöglichkeiten, nämlich die Herbstzeitlose und das Maiglöckchen. Hier müsst ihr euch vorher genau informieren und die Unterscheidungsmerkmale einprägen!

Bärlauch schmeckt herrlich scharf-lauchig und ist perfekt für Pesto, Nudelsoßen, in Semmelknödeln oder einfach Gemüsepfannen.
Leider kann man dieses wunderbare Kraut nicht trocknen, da es sonst sämtliche Geschmacksstoffe verliert. Einfrieren funktioniert allerdings durchaus! Wir haben immer eine Tüte Bärlauch im Gefrierfach, wobei er frisch am besten ist. Einlegen ist ebenfalls eine Möglichkeit der Konservierung.
Neben den Blättern können übrigens auch die Blüten und die Wurzelknollen verwendet werden! Die Blütenknospen können sogar wie Kapern eingelegt und als intensive Beigabe genutzt werden.

 

4. Knoblauchsrauke (Alliara petiolata)Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke zählt zu den Kreuzblütlern und ist recht häufig zu finden, etwa an Wegesrändern oder Wiesen.
Wie der Name schon sagt, verströmt ein lauchiger, an Knoblauch erinnernder Duft, wenn man die Blätter zerreibt. Auch beim Kauen kommt ein klarer, scharfer Geschmack zum Vorschein, der von den enthaltenen Senfölglykosiden kommt.

Knoblauchsrauke ist super gesund und hat zarte Blätter, die perfekt in den Salat passen. Manchmal werden sie auch zum Entsaften genutzt, oder in Pesto, auf Nudeln oder Suppen.
Beim Kochen wird der Geschmack deutlich abgemildert, weswegen man die Blätter am besten nach dem Kochvorgang hinzu gibt.
Auch hier funktioniert trocknen nicht, einfrieren jedoch schon.

Neben den Blättern können auch die Samen verwendet werden, die sich im Spätsommer in länglichen Schoten befinden und nochmal sehr viel schärfer und intensiver als die Blätter sind.
Sie können auch zerstampft und zu einer senfartigen Paste verarbeitet werden.

 

5. Beifuß (Artemisia vulgaris)

Der Beifuß ist eine Pflanze, die früher weitaus häufiger als Gewürz verwendet wurde. Auch als Heilpflanze hatte er eine große Bedeutung.
Er ist häufig wild anzutreffen und recht leicht erkennbar.

Sobald sich die Blütenknospen öffnen, was im Sommer bis Spätsommer passiert, werden die Blätter recht bitter und sind dann nicht mehr so gut als Gewürz geeignet.
Vor dem Öffnen der Blüten werden die Triebe abgeschnitten und zu fettreichen Speisen gegeben, da die Verdauung angeregt wird und das Gericht so nicht mehr so schwer im Magen liegt.

Er hat einen würzigen, leicht bitteren Geschmack und ist sehr gesund.
Man sollte ihn allerdings nicht über mehrere Wochen hinweg täglich oder in zu hohen Mengen essen, da er Thujon enthält und dann leicht giftig wirken kann.

6. Gundermann / Gundelrebe (Glechoma hederacea)

Der Gundermann ist ein weiterer Lippenblütler, der sich seinen Platz auf dieser Liste reglich verdient hat. Er ist auf feuchten Wiesen recht häufig zu finden und beim Zerreiben der Blätter und dem Sichten der Blüten erkennt man ihn schon einfach.

Er wurde früher häufig als Heilpflanze verwendet. Auch wenn nicht alle Wirkungen, die ihm zugeschrieben werden, wissenschaftlich erwiesen sind, ist er definitiv gesund, antioxidativ und entzündungshemmend.

Er hat einen leicht minzigen, würzigen Geschmack. Man könnte ihn als eine Mischung zwischen Minze und Oregano oder Thymian beschreiben.
Mir ist es schleierhaft, weshalb der Gundermann nicht weiter verbreitet ist und sehr oft in der Küche genutzt wird!
Kann neben den Anwendungsgebieten von Thymian & Oregano auch für die Aromatisierung von Süßspeisen verwendet werden, etwa für Eis, Pudding oder Bonbons.

 

7. Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Zitronenmelisse ist wieder ein eher bekanntes Kraut. Mit seinem zitronigen Geschmack und den gezahnten Blatträndern ist es leicht erkennbar und ein wahnsinnig leckeres Gewürz.
Melisse Tees sind natürlich wundervoll, ich gebe es aber auch in Soßen, frisch in Salate, in Kräutersuppen und Süßspeisen.

Finden kann man es beispielsweise auf Wegrändern im Wald, oft verwildert es auch aus Gärten.

Neben der kulinarischen Qualität ist die Zitronenmelisse auch eine tolle Heilpflanze, die beruhigend wirken soll, antioxidativ und entzündungshemmend ist.

 

8. Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Der Wiesensalbei ist eine Salbei Art, die man sehr häufig wild finden kann. Auf Wiesen nämlich, wie der Name schon sagt.
Er ist wieder ein Lippenblütler und recht einfach erkennbar.

Der Geruch und der Geschmack erinnert an den normalen Salbei, der häufig in der Küche verwendet wird, hat jedoch auch etwas eigenes.
Er ist etwas weniger intensiv als der gewöhnliche Salbei (Salvia officinalis), hat aber die gleichen Einsatzgebiete in der Küche und wird auch als Heilpflanze eingesetzt, beispielsweise bei Halsentzündung und Erkältung.

Es lohnt sich sehr, einfach einige Blätter zu sammeln, zu trocknen und sie immer als Vorrat da zu haben.

 

9. Waldmeister (Galium odoratum)

Wie der Name schon sagt, lässt sich der Waldmeister im Wald finden, genauer in Laub- und Mischwäldern.
Bekannt ist diese Würzpflanze natürlich vor allem als künstliches Aroma in Götterspeise, Eis, Limonade und mehr.
So kann man es auch nutzen, da es einen angenehm vanilligen, sehr spezifischen Geschmack hat.

Reibt man an der frischen Pflanze, riecht sie nicht nach dem typischen Waldmeister Aroma. Erst durch das Anwelken bilden sich die nötigen Duft- und Geschmacksstoffe.
Man kann so wohl die Blätter als auch die Blüten verwenden.
Als Verwechslungsmöglichkeiten gibt es nur die Labkräuter, welche essbar sind, allerdings nicht den gewünschten Geschmack haben.

Man darf keinen zu hohen Mengen Waldmeister essen, da er Cumarin enthält und somit in sehr hohen Dosierungen leicht giftig wirken kann.

 

10. Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Ein weiterer Kreuzblütler auf der Liste, der, ähnlich wie die Knoblauchsrauke, ein scharfes Aroma hat. Die Blätter erinnern an bitterere Kresse, die Blüten an Senf und die Samen können wie Pfeffer verwendet werden.
Auch die Wurzel ist sehr scharf und super zu verwenden, ähnlich wie Meerrettich.
Die Bestimmung fällt recht leicht, wenn man sich mit den Erkennungsmerkmalen beschäftigt hat, und man kann das Wiesen-Schaumkraut auf feuchten Wiesen, an Ufern und Mooren finden.

Es gibt weitere Schaumkraut Arten, die allesamt essbar sind, beispielsweise das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara) oder das Viermännige Schaumkraut (Cardamine hirsuta).

Die Blätter sind super für Brote und Salate!

 

Wie ihr seht, gibt es einige essbare Wildpflanzen, die man hervorragend als Gewürz nutzen und vollkommen kostenlos sammeln kann.
Dies ist nur eine kleine Auswahl, es gibt noch viel mehr! Gerne könnt ihr eure Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren hinterlassen.

Teilt diesen Artikel doch mit euren Freunden und beim Social Media Artikel eurer Wahl.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.